Kontakt:
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Täterarbeit: 06341/3819-13
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Die Entwicklung der Einrichtung



Das InterventionsZentrum gegen Häusliche Gewalt Südpfalz (bis 31.12.2012 hieß die Einrichtung "Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt Südpfalz" hat eine langjährige Entwicklung hinter sich und ist eine Kooperation des Pfälzischen Vereins für Soziale Rechtspflege e.V. und der Staatsanwaltschaft Landau.
Seit 1996 besteht bei der Staatsanwaltschaft in Landau das Projekt "Häusliche Gewalt", im Jahr 2000 wurde daraus ein Sonderdezernat. Bei Vorgängen mit häuslicher Gewalt wird grundsätzlich der Soziale Dienst bei der Staatsanwaltschaft - die Gerichtshilfe - eingeschaltet. Auf Initiative der Staatsanwaltschaft Landau wurde dann im Jahr 2001 beim heutigen Verein für Soziale Rechtspflege die erste Einrichtung für die Arbeit mit Tätern im Bereich häusliche Gewalt in Rheinland-Pfalz aufgebaut. Zeitgleich entstand beim selben Träger eine spezielle Beratungsstelle für Opfer von häuslicher Gewalt. Zu diesem Angebot gehört nach wie vor, neben der Einzelberatung, eine moderierte Selbsthilfegruppe für Opfer häuslicher Gewalt. Im weiteren Verlauf wurden diese beiden Einrichtungen in die Landesfinanzierung aufgenommen. Die Opferberatung wurde als Interventionsstelle anerkannt. Die Überschneidungen der Arbeitsfelder von Opfer- und Täterarbeit führte fast zwangsläufig zur Entwicklung eines Konzeptes für Paargespräche, da es immer wieder den Wunsch gab, bei speziellen Themen gemeinsame Gespräche führen zu können.

Von 2010 bis 2011 wurde die Arbeit der Gesamteinrichtung durch die Technische Universität Darmstadt wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse der Evaluation wurden im November 2011 im Rahmen einer Veranstaltung vorgestellt. Die Evaluationsergebnisse bestätigen die Wirksamkeit der Opfer- und Täterarbeit, darüber hinaus ergaben sich weitere Anregungen, die in einer Überarbeitung der Konzeption mündeten. Die theoretischen Vorschläge wurden genutzt und für die praktische Arbeit umgesetzt, sodass die bisherigen Angebote auf das gesamte Familiensystem ausgeweitet wurden. Dies bedeutet, dass es nun neben einem Angebot für Kinder und Jugendliche auch ein Angebot für Paar-/Elternarbeit gibt, welches auf die Thematik häuslicher Gewalt gerichtet ist und das bisherige Arbeitsspektrum der Einrichtung weiter vervollständigt.
Dieses neue Konzept wurde in dem Teilbereich "Arbeit mit gewaltbelasteten Familiensystemen" umgesetzt. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen wird seit Juli 2013 vom Jugendamt der Kreisverwaltung Germersheim finanziert und ist nun ein fester Bestandteil im Angebot unserer Einrichtung.

Weiteres Neuland wurde mit der Erarbeitung eines Konzeptes in der Arbeit mit Trennungsstalkern betreten. Eine regionale Arbeitsgruppe von Fachleuten verschiedener Professionen hat das Konzept im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt e. V. verfasst. Das darauf basierende "Psychosoziale Training mit Trennungsstalkern" wurde mittels einer Anschubfinanzierung in Höhe von 5.000 Euro durch das Bundesministerium der Justiz im Oktober 2011 in der  Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt Südpfalz begonnen. Das Projekt wurde zwischenzeitlich ebenfalls wissenschaftlich begleitet und die aus den Ergebnissen resultierenden Verbesserungsvorschläge werden derzeit in das Konzept bzw. in die Methodik eingearbeitet.

Im Jahr 2012 wurde die außergerichtliche Konfliktschlichtung (Täter-Opfer-Ausgleich), welche schon seit Jahren erfolgreich vom Verein durchgeführt wird  mit in die Angebotspalette des InterventionsZentrums aufgenommen, da die Praxis gezeigt hatte, dass in ausgewählten und gut vorbereiteten Häusliche Gewalt Fällen eine Schlichtung durchaus eine Möglichkeit zur Konfliktlösung zwischen den Parteien sein kann.

Durch die vielen neuen Arbeitsbereiche passte der Name der Interventionsstelle nicht mehr und somit kam es zu der Namensänderung in InterventionsZentrum gegen Häusliche Gewalt Südpfalz, welches aus mittlerweile fünf verschiedenen Arbeitsbereichen besteht.