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In den Jahren 2010 und 2011 wurde im Rahmen einer Kooperation mit der Arbeitsgruppe für Forensische Psychologie der Technischen Universität Darmstadt die Gesamteinrichtung InterventionsZentrum gegen Häusliche Gewalt Südpfalz e. V. evaluiert. Die Evaluationsergebnisse bestätigten die Wirksamkeit von Täter- und Opferarbeit und lieferten zudem weiter Anregungen und Vorschläge zur stetigen Verbesserung bzw. Erweiterung der bisherigen Angebote.

Die quantitative Untersuchung, welche auf einer Längsschnittmethode basiert, umfasste vier Bereiche: Die Täterarbeit, die Opferbetreuung, die Gerichtshilfe sowie Kooperationspartner. Mittels Fragebögen wurden die 54 Probanden, 34 Frauen und 20 Männer, zu spezifischen Themen befragt.
Während bei der Gerichtshilfe und bei den Kooperationspartnern vor allem die Zufriedenheit der Klienten, Maßnahmeempfehlung sowie Verbesserungswünsche im Vordergrund standen, war der Fokus der Täter- und Opferarbeit auf die Evaluation der Interventionsmaßnahmen sowie der Überprüfung der Relevanz der Partnerschaftsvariablen gesetzt. Die Partnerschaftsvariablen lauteten:  Häusliche Gewalt, Kommunikation, Bindung und Problembelastung.
Mit Hilfe einer Fragebogenbatterie wurden demographische Daten gesammelt sowie Fragen zu Bindungsstilen und Kommunikationsmuster im Hinblick auf das Zusammenleben mit dem Partner in den letzten drei Monaten geklärt.

Um genauere Ergebnisse zu erzielen, wurde hier zusätzlich das Instrument des Interviews gewählt. Der Interviewleitfaden umfasst Erzählungsaufforderungen, Aufrecht- und Steuerungsfragen und eine Abschlussfrage.

Hierbei kam man zu dem Ergebnis, dass die Häusliche Gewalt durch die Teilnahme an den Maßnahmen des InterventionsZentrums signifikant reduziert werden konnte. Bei den Maßnahmen handelt es sich um Einzelgespräche, Gruppengespräche, Paargespräche und um telefonische Beratung. Auch die Integration von Täter- und Opferarbeit unter einem Dach stellte sich als sinnvoll heraus.
Während bei der Variable Kommunikation, die in inadäquater Form im negativen Zusammenhang zur Häuslichen Gewalt steht, keine Veränderungen nach der Intervention aufweist, zeigen die anderen beiden Variablen, Bindung und Problembelastung, signifikante Veränderungen: Es zeigte sich, dass bei Frauen generell die Problembelastung höher ist als bei Männern, diese sich aber in beiden Fällen durch die Maßnahmen des IZ verringerte. Auch Bindung ist ein gewichtiger Aspekt in gewaltbelasteten Beziehungen; hier zeigte sich, dass häufiger bei Frauen ein unsicherer Bindungsstil vorliegt als bei Männern.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass Erfolge bei Tätern und Opfern gleichermaßen zu finden sind. Während auf Seiten der Täter die Verhaltensmodifikation zu vermerken ist, ist es auf der Opferseite  die emotionale Stabilität und das neu gewonnene Selbstvertrauen, das zu einer Verringerung der Häuslichen Gewalt führt.