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Täterarbeit gegen Trennungsstalking


 

Bei der täglichen Arbeit mit häuslichen Gewalttätern zeigte sich immer wieder eine zusätzliche und spezielle Form von Gewalt. Es fiel auf, dass bestimmte Täter nach einer Trennung eine veränderte  Gewaltproblematik aufwiesen, für die das psycho-soziale Trainingsprogramm gegen Häusliche Gewalt nicht geeignet war. Die Täter konnten oftmals die Trennung nicht akzeptieren und begannen ihren Ex-Partnerinnen nachzustellen, sie zu bedrohen und/oder körperlich zu attackieren.
 
Eine erste empirische und bisher größte wissenschaftliche Studie zum Thema Stalking in Deutschland von Voß, Hoffmann & Wondrak (2006) untermauerte den Bedarf nach einem geeigneten Arbeitskonzept. Diese Studie war sowohl an Stalking-Opfer als auch an Stalking-Täter als Untersuchungsteilnehmer adressiert. Sie zeigte, dass der Stalker in fast jedem zweiten Fall der Ex- Partner war.
 
Daneben wurde bei der Staatsanwaltschaft Landau/Pfalz im Rahmen einer statistischen Erhebung ab dem Jahr 2005 der Stand der Beziehung bei Anzeigeerstattungen genauer beobachtet. Dabei wurde erkennbar, dass zwischen 25 und 30 % der bekannt gewordenen Gewalthandlungen in schon getrennten Beziehungen begangen wurden. Bei ca. der Hälfte dieser Fälle konnte von so genanntem Trennungsstalking gesprochen werden.
 
Deshalb wurde für die Arbeit mit dieser Tätergruppe, sogenannten Trennungsstalkern, durch  eine Arbeitsgruppe aus Rheinland-Pfalz im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit häuslicher Gewalt ein Konzept entwickelt.  Dieses Konzept beschreibt einen  psycho-sozialen Trainingskurs, der Einzel- und Gruppensitzungen mit Trennungsstalkern vorsieht.
 
Seit 2011 wird im InterventionsZentrum Südpfalz ein spezielles Trainingsprogramm gegen Trennungsstalking, in Anlehnung an das o.g. Konzept, angeboten. Unsere Zielgruppe sind erwachsene Männer, die ihren Ex-Partnerinnen nachstellen/stalken (z.B. unzählige Telefonanrufe, SMS, Geschenke, Verfolgen und Auflauern, Sachbeschädigungen etc.). Die Täter kommen durch die Vermittlung von Institutionen, die Zuweisung durch die Justiz oder auch durch Selbstmeldung zu uns.
 
 
Die kombinierte Arbeit von Einzel- und Gruppensitzungen beschäftigt sich zunächst mit Themen, wie eigene Ressourcen, persönlicher Lebenssituation, Gefühle/Bedürfnisse und Bindung. Danach werden Themen wie Verantwortung, Schuld und Gewalt bearbeitet. Die Themen Kommunikation, Gender und Vaterrolle bilden den Abschluss des Trainingsprogramms.
 
Die Täterarbeit gegen Trennungsstalking grenzt sich deutlich von der Psychotherapie ab. Es ist deshalb relevant, dass eine deutliche psychische Auffälligkeit ausgeschlossen ist. Deshalb ist eine detaillierte Vorarbeit in Form einer ausführlichen Anamnese fester Bestandteil unserer Arbeit. Erst danach kann entschieden werden, ob der Täter ins Programm aufgenommen wird, oder sich einer therapeutischen Maßnahme unterziehen sollte.
 
Stalking hat erhebliche Folgen und Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der Opfer. Das Ziel der Arbeit mit Trennungstalkern ist die Beendigung der Gewalt bzw. des Stalkings. Somit stellt die Täterarbeit mit Trennungsstalkern einen weiteren wichtigen Baustein im Opferschutz dar.
 
Unsere Arbeit mit Trennungsstalkern findet außerdem in enger Kooperation und Vernetzung mit Institutionen statt, die in ihrem professionellen Handeln mit Stalking befasst sind, zum Beispiel die Justiz oder Polizei.



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